Die Gedenkstätte Grafeneck erinnert an die Ermordung von 10.654 Menschen mit Behinderung durch das Nazi-Regime. Der Leiter Thomas Stöckle berichtete jetzt in der Ehemaligen Synagoge Leutershausen über die Tötungen und die Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte. Die neue grün-schwarze Landesregierung will nun prüfen, das ehemalige Jagdschlösschen zu kaufen, um die Gedenkstättenarbeit langfristig zu sichern.
Der Historiker Thomas Stöckle leitet die seit 1990 bestehende Gedenkstätte seit bald 30 Jahren. Kenntnisreich berichtete er auf Einladung des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge über den industriell betriebenen Massenmord des Nazi-Regimes an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Allein in den Jahren 1940 /1941 fielen der "Aktion T 4" deutschlandweit über 70.000 Menschen zum Opfer. Unter ihnen waren auch mindestens fünf Menschen aus Großsachsen und Leuterhausen.
Den Bericht der Weinheimer Nachrichten lesen Sie hier (hinter einer Paywall), in der online-Ausgabe vom 01. Juni 2026. Ein Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung ist am 30. Mai 2026 in deren Print-Ausgabe veröffentlicht worden. Weitere Informationen zur Gedenkstätte Grafeneck finden Sie hier auf deren Homepage.
Die Regionalzeitungen berichteten ausführlich über den Vortrag von Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck, in der Ehemaligen Synagoge Leutershausen in Hirschberg an der Bergstraße.
Zum Hintergrund:
Die grün-schwarze Landesregierung hat im neuen Koalitionsvertrag ein klares Bekenntnis dazu abgelegt, Gedenkstätten als zentrale Orte der Erinnerung an die Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und Orte der gelebten Demokratie weiter zu fördern. Unter anderem soll geprüft werden, das Schloss Grafeneck zu erwerben, um die Zukunft der Gedenkstätte langfristig abzusichern. Es soll als Lern- und Erinnerungsort weiterentwickelt werden, ebenso das ehemalige Konzentrationslager Kislau.
Über die erinnerungspolitischen Vorhaben der neuen grün-schwarzen Landesregierung und die Gedenkstättenarbeit generell berichtete ich Mitte Juni den Mitgliedern des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge Leuterhausen. Seit über vier Jahren bin ich innerhalb meiner Fraktion zuständig für die 80 Gedenkstätten in Baden-Württemberg. Auch in der neuen Legislaturperiode werde ich mich weiter diesem Herzensanliegen widmen.
Das ehemalige Jagdschlösschen Grafeneck, rund 60 Kilometer südlich von Stuttgart, ist seit 1990 Gedenkstätte. Im Rahmen meiner regelmässigen Gedenkstätten-Reisen habe ich Grafeneck gemeinsam mit meiner Fraktionskollegin Cindy Holmberg besucht.