Kulturstaatssekretär Arne Braun und Landtagsabgeordnete Fadime Tuncer zu Besuch im Wohnzimmer-Studio. Celia Groß, alias Ceycey, gehört zu den 25 Musikprojekten und Locations, die erstmalig eine Landesförderung erhalten haben.
Stuttgart / Weinheim. – Ihre Musik ist persönlich, politisch und selbstbewusst. Und sie bringt der Weinheimer Musikerin Ceycey derzeit Aufmerksamkeit aus der Landespolitik ein. Der baden-württembergische Kulturstaatssekretär Arne Braun (Grüne) und die örtliche Landtagsabgeordnete Fadime Tuncer (Grüne) besuchten die junge Musikerin in ihrem homebased Studio in Weinheim, um sich ein Bild von ihrer Arbeit und der Wirkung der landesweiten Popförderung zu machen. Anlass war die Auszeichnung Ceyceys im Rahmen des Förderprogramms „Perspektive Pop 2.0“. Das Land Baden-Württemberg unterstützte 2025 erstmalig insgesamt 25 Musikprojekte und Livemusik-Spielstätten mit insgesamt 425.000 Euro.
Ceycey, mit bürgerlichem Namen Celia Groß und benannt nach der berühmten kubanischen Salsa-Sängerin Celia Cruz, gehört zu den von der fünfköpfigen Fachjury ausgewählten Künstler:innen. Die deutsch-amerikanische Singer-Songwriterin erhält die Förderung für ihr neues Albumprojekt „CEY IT OUT LOUD“. Der Name ist Programm: Thematisch geht es um persönliches Wachstum, Selbstermächtigung und die Positionierung als selbstbewusste Frau in der Musikindustrie.
„Unsere lokale Musik- und Veranstaltungsszene in Weinheim, Ladenburg und Umgebung ist sehr aktiv und kreativ.“
„Ich freue mich sehr, dass eine junge Musikerin aus Weinheim mit einer Landesförderung bei ihrem neuen Album unterstützt wird“, sagte Fadime Tuncer beim Besuch. Wichtig sei zudem, dass nicht nur Metropolen profitieren: „Unsere lokale Musik- und Veranstaltungsszene in Weinheim, Ladenburg und Umgebung ist sehr aktiv und kreativ. Dass diese Arbeit nun auch auf Landesebene Anerkennung findet, ist ein starkes Signal.“
„Ohne meine Mama wäre ich nicht annähernd da, wo ich bin.“
Musik ist für Ceycey kein Zufall, sondern Teil ihrer Biografie. Ihre Mutter Cordula Groß ist studierte Cellistin, Musiklehrerin in Weinheim und Percussionistin im Rhein-Neckar Jazz-Orchester. „Ohne meine Mama wäre ich nicht annähernd da, wo ich bin“, sagte die 20-Jährige. „Sie ist mein größter Fan und mein wichtigster Support.“
Celia und Cordula Groß mit Fadime Tuncer MdL und Arne Braun. Bereits mit fünf Jahren begann Ceycey Querflöte zu spielen, mit der Corona-Zeit kam die eigene Musikproduktion hinzu. Den entscheidenden Schritt wagte sie mit 16 Jahren: Zwei Jahre lebte sie in Memphis, Tennessee, machte dort ihren Highschool-Abschluss und sog die Musikgeschichte der Stadt rund um Stax Studios und Sun Records auf.
„Memphis und Mannheim – das gibt sich nicht viel, beides sind Musikstädte.“
„Memphis und Mannheim – das gibt sich nicht viel, beides sind Musikstädte“, bemerkte Arne Braun augenzwinkernd. Heute studiert Ceycey im fünften Semester an der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim. Die Hochschule, so Braun, leiste hervorragende Arbeit: „Dank der grün-geführten Regierung ist die Popakademie dauerhaft durchfinanziert – das gibt Planungssicherheit und Qualität.“
Davon konnten sich Tuncer und Braun überzeugen. Ceycey ließ erste Ideenskizzen ihres neuen Albums erklingen. „Das hat Tiefe, ist klug komponiert - ein Versprechen auf die Zukunft“, so der Kulturstaatssekretär.

Live auf der Bühne fühlt sich Ceycey am wohlsten. „Das ist die Belohnung für die lange, mühsame Studioarbeit“, sagte sie. Gleichzeitig sei ein Konzert immer auch ein Loslassen: „Auf der Bühne gehört einem die Musik nicht mehr allein.“ An eine Karriere als reine Songwriterin für andere denkt sie derzeit nicht. „Ich will Artist sein“, sagte sie – eine Haltung, die Braun ausdrücklich würdigte. „Diese Entscheidung als Künstlerin zu leben, imponiert mir, diesen Mut braucht unsere Gesellschaft.“
Zur Finanzierung ihrer Arbeit setzt Ceycey stark auf soziale Medien. Mit bis zu vier Posts täglich auf Instagram hat sie ihre Reichweite innerhalb weniger Monate von rund 1.900 auf fast 20.000 Follower gesteigert. „Eine große Fanbase ist entscheidend“, sagt die junge Frau. Auch gesellschaftliche Fragen blendet sie nicht aus. „Es ist ja offensichtlich, auf welcher Seite ich stehe“, sagte Ceycey. Als Schwarze Frau in Deutschland habe sie früh Rassismus erlebt, lasse sich aber nicht von Angst leiten: „Es ist keine Option, meine Entscheidungen aus Sorgen heraus zu treffen.“
Mit Programmen wie „Perspektive Pop 2.0“ wolle das Land genau dafür Freiräume schaffen, betonte Braun. Kunst und Kultur seien unverzichtbar, „damit unsere Gesellschaft stark und klug bleibt“. Für die POPLÄND-Initiative stehen im Doppelhaushalt 2025/26 jeweils eine Million Euro zur Verfügung – eine Investition, die nun auch in einem Weinheimer Wohnzimmer-Studio hörbar wird.
Noch bis zum 1. März 2026 können professionelle Musiker:innen und Livemusik-Veranstaltende aus Baden-Württemberg Projektförderungen in der aktuellen Förderrunde 2026 beantragen.