Die kleinen Messingplatten auf den Bürgersteigen sorgen dafür, daß die Erinnerung an die Opfer des Nazi-Terrors nicht vergessen werden. Aus Anlass des "Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocausts" am 27. Januar haben Schriesheimer Bürger:innen auf Initiative von Fadime Tuncer MdL die Stolpersteine im Ortskern gereinigt. Auch das ist eine Form, der entrechteten und ermordeten Menschen zu gedenken.
49 Stolpersteine erinnern in Schriesheim an ehemalige jüdische Mitbürger:innen, Widerstandskämpfer und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Auch der Schriesheimer Alfons Schlösser und seine Familie starben in den Gaskammern von Auschwitz und Sobibor. 1,5 Millionen Menschen wurden allein in Auschwitz und seinen Außenlagern ermordet, darunter eine Million jüdischer Menschen.
Vor 81 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee von den Nationalsozialisten befreit. Nur wenige tausend Menschen hatten das KZ, das weltweit zum Symbol für den Holocaust geworden ist, überlebt.
Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete am 22. Januar, die Weinheimer Nachrichten am 27. Januar über die Stolpersteine-Putzaktion. Den WN-Artikel finden Sie hier. Mehr Informationen über die Schriesheimer Stolpersteine finden Sie hier.
Die Regionalzeitungen berichteten über die Stolpersteine-Putzaktion.
Die Stolpersteine halten die Erinnerung an die Toten aufrecht. Sie bilden zusammen das größte dezentrale Denkmal der Welt und sind Zeichen einer lebendigen und wachsenden Erinnerungskultur. Adam Wilhelm Frank, Georg Friedrich Schönleber, Ludwig Thurecht, Valentin Bock, Margarethe Hauser und ihr sechsjähriger Sohn Wilhelm gehören zu den Menschen mit seelischen Krankheiten, die im Rahmen der sogenannten Aktion T 4 von den Nazis getötet wurden.
Es gibt kaum noch Zeitzeugen, die uns mit ihren erschütternden Erfahrungsberichten an die Verbrechen des Nationalsozialismus und das Leiden der Opfer erinnern. Deshalb ist es wichtig, dass wir das Gedenken an unsere verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen, an Widerstandskämpfer, Menschen mit Behinderungen, Sinti und Roma, Homosexuelle und die anderen entrechteten Minderheiten aufrechterhalten.